Gartenlokal und Piadinas im Bornicher Wald?

Italienisches am sommerlichen Mittelrhein

Immer neue, attraktive Veranstaltungsformen entwickelt die Initiative 55 plus-minus. Diesmal hat Gisela Lübke aus Bornich mit einem abwechslungsreichen und fantasievollen Programm den x Projektteilnehmerinnen und –teilnehmern einen unterhaltsamen, genussvollen und informativen Sommernachmittag geschenkt.

Am Anfang gab es der Jahreszeit entsprechend im Garten einen erfrischenden Holunderblütendrink und Fingerfood mit viel frischem Obst. Erklärungen zur Zubereitung der Leckereien boten Gesprächsanlass zum ungezwungenen Austausch über Varianten der Zubereitung und zum gegenseitigen Kennenlernen. Eine Wanderung durch den Bornicher Wald zum Judenfriedhof schloss sich an. Wer nicht gut zu Fuß war, konnte mit Gisela und Lothar Lübke im Planwagen, der den Proviant, Tische und Bänke transportierte, das Ziel, die Hütte an der Römerstraße im Hausecker Wald, erreichen.

Die Wanderer besuchten zunächst den jüdischen Friedhof mitten im Wald. Auf dem Friedhof fernab von den Dörfern haben seit Jahrhunderten Menschen sogar von der linken Rheinseite ihre letzte Ruhe gefunden. Besonderes Interesse fand das Grab von Josef Blumenthal aus Ruppertshofen aus dem Jahre 1906. Denn vor einigen Wochen hatten einige Projektteilnehmer die Urenkelin von J. Blumenthal in Israel besucht, um ihr aus der Heimat der Familie am Mittelrhein zu berichten.

Nicht weit von dem Ort der Stille, an der Schutzhütte an der alten Römerstraße hatte Gisela Lübke das „sommerliche Gartenlokal“ mit Tischen und Bänken vorbereitet. Nach kurzen Erläuterungen zur Zubereitung und des historischen Herkommens der italienischen Piadina begannen die Projektteilnehmer mit dem Kneten und Ausrollen des Teigs. Der wurde dann stilgerecht auf den typischen eisernen Blechen, die mit einem Gasfeuer erhitzt wurden, zu hellbraunen, dünnen Fladen gebacken. Je nach Geschmack wurden die Piadinas mit Schinken, Salami, Käse und Rucola belegt.

Bei einem Gläschen Wein oder auch Sprudelwasser wurden viele Piadinas ganz unterschiedlich belegt, gemeinschaftlich verkostet und natürlich begutachtet. Zu dem genüsslichen Essen bot G. Lübke Informationen über das Leben und die Kochkultur in ihrer geliebten Urlaubsregion, der Emilia Romagna in Norditalien. Dass dabei der Blick über die herrliche, sonnendurchflutete Sommerlandschaft am Mittelrhein schweifte, hat das Erlebte fest in der Seele verankert.

Bei der abschließenden Wanderung durch den Wald zurück zum Ausgangspunkt des Projektes der Initiative 55 plus-minus waren viele freundschaftliche Gespräche zu hören. Da Gisela Lübke ihr Projekt im kommenden Jahr in ähnlicher Form wieder anbieten wird, wollte manch einer sich gleich zur Teilnahme anmelden. Aber das wird das neue Programmheft der Initiative 55 plus-minus ermöglichen, das Ende September veröffentlich werden wird.

Text und Foto: Dieter Zorbach