Stürze im Alter, in der eigenen Wohnung gehören zu den häufigen Verletzungen, die lebensbedrohlich sind, wenn der schwächer gewordene Mensch lange unentdeckt liegen bleibt. „Das Probleme sind ja nicht nur die Verletzungen, die man sich beim Hinfallen zuzieht. Wer sich nicht alleine wieder aufhelfen kann, also stundenlang hilflos auf dem Boden liegt, kann ja in dieser Zeit auf nichts trinken. Allein der Flüssigkeitsverlust ist ab einer Dauer von vier Stunden bereits lebensbedrohlich und kann zu dauerhaften Schädigungen führen“, so Birgid Eberhardt, Gerontologin beim Verband der Elektro- und Elektronikingenieure, Frankfurt.
Technische Alarmierungssysteme und Bewegungsmelder in der Wohnung, die merken, ob der Bewohner sich in seinem Bewegungsverhalten so verhält, wie es alltäglich und typisch für ihn ist, können abgestuften Alarm geben. Die Referentin, die im voll besetzten Konferenzraum der IGS Nicolaus August Otto Schule Nastätten zu den Gästen der Initiative 55 plus-minus sprach, betonte, dass solche modernen Assistenzsysteme keine persönlichen Daten aussenden. Vielmehr sammelt die Elektronik und der zugehörige Computer alle hilfreichen Daten in der Wohnung und belässt sie auch innerhalb der Wohnung. Assistenzsysteme, die Menschen im Alter unterstützen können, dass sie auch bei schwächer werdender Gesundheit möglichst lange in der eigenen Wohnung leben können, vergleichen nur die Signale, die die Sensoren empfangen mit dem üblichen Verhalten der Bewohner. Für den Fall gravierender Abweichungen kann der Eigentümer im Voraus festlegen, welche Personen und Helfer in welcher Reihenfolge verständigt werden sollen.
Üblicherweise wird das Assistenzsystem zunächst den Wohnungsbesitzer selbst anrufen, wenn er den Telefonanruf entgegen nehmen kann, dann ist der Alarm beendet. Wenn der Anruf nicht angenommen wir, werden weitere Personen und erst am Ende der Kette der Alarmierungsversuche der Rettungsdienst informiert. Der Wohnungsbesitzer bleibt immer Herr seiner Informationen.
Es gibt ein breites Angebot an unterstützender Elektronik von der Überwachung der Haustüre oder der eigenen Mobilität bis zum sicheren Abschalten der Elektrogeräte entsprechend der Lebensgewohnheiten. All diese Systeme unterstützen im Alter das sichere und gesunde Leben in der eigenen Wohnung. Natürlich ist deren Installation mit Kosten verbunden. Aber ganz sicher sind das nützliche Investitionen für ein gesundes Leben im Alter.
Die Initiative 55 plus-minus wird diese neue Thematik mit der Unterstützung der Handwerkskammer Koblenz und einheimischen Installateuren weiterhin verfolgen.
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