Exkursion der Initiative 55 plus-minus nach Niederwallmenach
"Im Blick auf unsere bäuerlichen Lieferanten und auch bei der Auswahl unserer Mitarbeiter sind wir mit der heimischen Region fest verbunden!" so Ulrich Bayer, Chef des EG-Schlachthofes in Niederwallmenach.
Diese Unternehmensphilosophie unterscheidet sich wohltuend von der der großen Mitbewerber. Zu dem Betrieb in Niederwallmenach wird kein Schlachtvieh gebracht, dass zuvor auf Transportern durch halb Europa gekarrt wurde. Hier werden auch keine schlecht bezahlten osteuropäischen Mitarbeiter beschäftigt. Alle sind fest mit der heimischen Region und dem Betrieb verwurzelt, das ist heutzutage leider nicht überall selbstverständlich.
Woher kommen gesunde Lebensmittel? Diese Frage bewegt die Bevölkerung. Deshalb machte die Initiative 55 plus-minus eine Exkursion zu Produzenten unserer Region, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen und sich informieren zu lassen.
Beim EG-Schlachthof Bayer in Niederwallmenach
Mit ca. 40 Interessierten führte der Besuch zunächst zum Schlachthof Bayer in Niederwallmenach. Ulrich Bayer führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion durch seinen blitzsauberen Betrieb.
Der Rundgang wurde außerhalb des Geschäftsbetriebs durchgeführt, denn in seinem Betrieb hat die Hygiene Priorität. Um keinen Schmutz von außen in die bereits mit viel heißem Wasser und Dampfstrahlern gereinigten Produktionshallen zu tragen, mussten alle Gäste vor dem Betreten der Hallen saubere Überschuhe über ihre Straßenschuhe ziehen, die in großer Zahl zur Verfügung standen.
Der Rundgang begann bei den Stallungen. Weiter ging es über die Bereiche der Schlachtung zur Zerlegung und anschließend zur Schinken- und Wurstproduktion. In sämtlichen Räumlichkeiten kommt moderne Technik zum Einsatz, die nach wie vor mit handwerklicher Tradition in Einklang gebracht wird.
Während der Führung gab es viele Informationen über den Betriebsablauf sowie die Einbindung des Betriebs im regionalen Umfeld. Hierbei lag die Betonung auf der Verbundenheit mit der heimischen Landwirtschaft. Die Schlachttiere stammen von Bauern aus der Region, werden also auf kürzesten Wegen zum Schlachthof gebracht. Auch das gewährleistet einen schonenden Umgang mit Tieren, was einerseits ein ethisches Muss ist, sich andererseits auch günstig auf die Fleischbeschaffenheit auswirkt.
Wichtig erachtet man im Hause Bayer die Kennzeichnung der einzelnen Produkte, damit diese bis hin zum liefernden Landwirt zurückverfolgt werden können. Das dient der Qualitätskontrolle und begründet das Vertrauen der Kunden in die produzierten Lebensmittel.
Beim Bio-Bauern in Niederwallmenach
Juchums` Hof war das beeindruckende Ziel einer Exkursion der Initiative 55 plus-minus. Gesunde Lebensmittel, danach sehnen wir Konsumenten uns. Die industrielle Lebensmittelproduktion ist für den Normalverbraucher undurchschaubar. Bei einem Demeterhof, wie er in Niederwallmenach betrieben wird, erlebt der Besucher überschaubar und eindrücklich, was es bedeutet, mit und in der Natur Lebensmittel zu erzeugen.
Der bio-dynamische Landbau von Kai Uwe Bonn, ein moderner Betrieb mit viel kraftsparender Technik, zeigt, dass man ohne Kunstdünger auskommen kann, wenn man das althergebrachte Wissen über die Fruchtfolge nutzt. Wenn auf den Feldern zwei Jahre lang Liguminosen, z.B. Klee, ausgesät werden, dann können die Wurzeln des Klees den Luftstickstoff binden und im Boden anreichern, so dass die Folgefrucht Weizen und Roggen in den darauffolgenden Jahren diesen Nährstoffvorrat nutzen können. Die Überproduktion eines Produktes wird durch den permanenten Kontakt mit den Verbrauchern vermieden. So ordern Bäckereien ihren Bedarf an Getreide frühzeitig, das vor der Auslieferung Mehl gemahlen wird.
Die 42 Kühe und Jungvieh leben in einem offen Außenklimastall, in dem sich die Tiere frei bewegen können. Die Milchproduktion ist beachtlich, rund 1000 Liter in der Woche. Sie geht zum Teil per Tanklaster an eine Bio-Molkerei nach Kassel. Ein großer Teil der Frischmilch wird aber direkt vermarktet und von der Bäuerin, Bettina Würstel, die wie ihr Mann auch staatl. geprüfte Techniker für Landwirtschaft, Fachrichtung ökologischen Landbau ist, weiterverarbeitet.
Dass der Käse, der auf dem Hof aus der Frischmilch produziert wird, gut schmeckt, davon konnten sich die fast 40 Gäste beim Besuch des Hofladens überzeugen. Wer freitags den Hofladen besucht, kann durch ein Fenster die Arbeit in der Hofkäserei beobachten und erlebt mit, wie die Produkte aus der Region für die Kunden in der Region erzeugt werden. Wer mehr über den Juchums` Hof erfahren will, kann ihn im Internet unter der Adresse www.juchemshof-online.de oder auch vor Ort in Niederwallmenach besuchen.