Initiative 55 plus-minus startet mit 41 Projekten ins Jahr 2012

NASTÄTTEN/RHEIN-LAHN. (7.Oktober 2011) 41 Projekte stark ist das neue Programm der Initiative 55 plus-minus im evangelischen Dekanat St. Goarshausen. In Nastätten stellten die Projektleiter die neuen Angebote in einer kurzweiligen Präsentation vor, die bereits große Lust aufs Mitmachen weckten. Wenn die Projekt-Zusammenkünfte so ansprechend und unterhaltsam wie die Präsentation des Jahresprogramms sind, werden sicher wieder viele Menschen dem Wunsch von Dieter Zorbach nachkommen: Der Sprecher der Initiative hatte an deren Motto „Gemeinsam aktiv werden!“ und „Komm, mach mit!“ erinnert.
 
Computer und Technik, Exkursionen und Wanderungen, Geschichte und Schreiben, Jung und Alt im Kontakt, Kultur und Kunst, Sprache und Verständigung sowie Wohlfühlen und Genuss sind die sieben Bereiche, in die sich das Projekt-Angebot einteilt. Vom „Google-Kurs“ über Infos zum Energiepass fürs Haus und den Aufbau einer Wohngemeinschaft im Alter bis hin zum Single-Treff im Alter und die Gründung eines Initiative-Cafés reichen die vielfältigen Projekte. Es wird gemeinsam gekocht und gebacken, ins Theater gefahren, in die Nähe und Ferne verreist, der Garten bepflanzt, fotografiert und philosophiert oder Sport gemacht. Erstmals können Interessenten beim Felsenklettern die Natur auf ganz besondere Art erleben.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nastätten Raimund Friesenhahn sparte nicht mit Lob für das breite Angebot, hielt das neue Programmheft in der Hand und sagte: „Ich kann die Initiative nur hoch halten. Das Angebot bereichert unsere ganze Region.“

Pfarrer Friedhelm Menzel vom Diakonischen Werk in Hessen und Nassau war als Referent für die Präsentation eingeladen, setzte sich mit den Angeboten auseinander und unterstrich den so genannten Lebenslagen-Ansatz des Programms, der den Lebensverhältnissen eher gerecht werde als der rein chronologische Ansatz. „Man kann mit 50 schwer krank und mit 80 noch sehr fit sein.“ Dass jeder Mensch altere, sei unbestritten, was aber „alt“ ist, dafür gebe es bislang keinerlei allgemeingültige Definition. Positiv sei im basisorientierten Initiative-Programm die Verbindung der Menschen und Generationen, in dem nicht das „ich für mich“, sondern das „ich und wir tun was mit Anderen für Andere und uns“ im Mittelpunkt stehe.
 
Er regte an, das Augenmerk auch einmal auf die Einkommenssituation zu richten, spiele sie doch für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auch im Alter eine wesentliche Rolle. Dieter Zorbach erinnerte daran, dass die Initiative Menschen zusammenbringt, die sich vorher nicht gekannt haben und dadurch auch jenseits der Projekte das Miteinander und die Kommunikation untereinander gefördert werde.
 

Kostproben aus dem neuen Programm lockerten die Präsentation auf. So gab etwa Armin Wilhelm eine Kurzgeschichte mit Mundart-Einschlag über den demografischen Wandel zum Besten; Wilhelms Projekt „Platt schwetze!“ erfreut sich großer Beliebtheit.
 

Dekanatskantor Markus Ziegler lud die Runde mit Kanon, Volksliedern und Operettenmelodien zum fröhlichen Singen ein. Ein Vorgeschmack auf das Projekt „Hören und Singen“, das jenseits von festen Vereinen und Chören Menschen die Möglichkeit gibt, sich einfach mal „aus Spaß an der Freud“ zum Singen zu treffen. Bernd-Christoph Matern