Platt schwetze ist Renner der Initiative 55 plus-minus

RHEIN-LAHN/NASTÄTTEN. (10. September 2010) „Wer soziale Kontakte pflegt, lebt länger.“ Mit diesem Ergebnis einer aktuellen Studie begrüßte Dieter Zorbach, Sprecher der Initiative 55 plus-minus im evangelischen Dekanat St. Goarshausen rund zwei Dutzend Mitstreiter der Initiative in Nastätten. Damit unterstrich er die Bedeutung der zahlreichen Bildungsprojekte, die auch im kommenden Jahr wieder auf rein ehrenamtlicher Basis den Kontakt und Austausch unter Gleichgesinnten ermöglichen sollen. „Wenn wir auf unsere junge alten Tage nicht neue Kontakte knüpfen, wird’s einsam um uns herum“, so Zorbach.

Gelegenheit dazu gab es in der zu Ende gehenden Initiative-Saison reichlich: 263 Veranstaltungen mit 2773 Teilnehmern zählte die Initiative. „Wir sind nicht nur eine Plattform für Ideen und Wünsche, wir geben Menschen auch Nähe, die Kontakte suchen oder sogar brauchen“, sagte der Sprecher und hoffte, dass sich auch im kommenden Jahr wieder Menschen ansprechen lassen, die beispielsweise nach dem Tod des Partners eher versucht seien, sich ins „Mauseloch“ zurückzuziehen.

Als eines von vielen Beispielen, wie Menschen im dritten Lebensabschnitt von der Ofenbank gelockt werden können, nannte Zorbach das in diesem Jahr begonnene Projekt „Platt schwetze“, das das Interesse von zig Frauen und Männern geweckt habe. „Das ist ein echter Renner im Programm geworden.“ Auch der Austausch über Wohnformen im Alter oder ein zweites Zeitzeugen-Buch gebe Gelegenheit, sich mit Ideen und Gedanken im Initiative-Alter einzubringen. Gleichzeitig erinnerte er an die bildende Wechselwirkung des Austauschs in den 40 Projekten, die zuletzt unter dem Dach der Initiative angeboten wurden. „Unsere Projekte sind nicht belehrend wie in der Schule, sondern jeder der Beteiligten ändert sich dabei und lernt dazu.“

Neben den bisherigen Projektbetreuern wird es künftig fünf Initiative-Beauftragte geben, die bei der formalen Abwicklung der Projekte behilflich sind. „Unsere Organisation wird immer größer – da müssen wir auch die Strukturen anpassen“, so Zorbach, dem ein engagiertes Team zur Seite steht, damit sich die Projektleiter ganz auf die inhaltliche Gestaltung konzentrieren können.

So versucht die Initiative zurzeit, das Anmeldesystem zu optimieren und Anmeldungen zentral zu bündeln, ganz gleich ob sie per E-Mail, Telefax oder Internet eintreffen, damit keine Anmeldung verloren geht „und damit alle Angemeldeten auf dem gleichen Informationsstand sind, wann und wo etwa ein Projekt stattfindet.“ Wichtig sei die zentrale Übersicht auch, um zu verhindern, dass es innerhalb einer Woche zu viele ähnliche Angebote gibt. „So kann vermieden werden, dass drei Bildungsreisen in einer Woche stattfinden“, so Zorbach.

Am neuen Initiative-Programm 2010/2011 wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet; Ende September soll es erscheinen. Bernd-Christoph Matern