RHEIN-LAHN. (19.Februar) Wohnen im Alter – immer öfter ist darüber zu lesen und zu hören. „Das Problem ist, in den Zeiten, in denen man damit anfangen müsste sich zu informieren und entsprechend zu handeln, möchte man davon nichts wissen und ungern Geld investieren, das sich erst in zehn oder 20 Jahren auszahlt“, sagt Wilfried Ilgauds. Mit einem neuen Projekt der Initiative 55 plus-minus im evangelischen Dekanat St. Goarshausen hofft er jetzt, Gleichgesinnte zu finden, die sich für das Thema interessieren und die sich ein Forum wünschen, um ganz praktisch nach Antworten auf die noch vielen offenen Fragen zum Thema zu suchen. Start ist am 24. Februar. Die Idee für das neue Projekt entstammte aus einem Vorgängerprojekt der Initiative. Da ging es um Wärme in Gebäuden. „Während damals das Technische im Mittelpunkt stand, soll es jetzt allgemein ums Wohnen und Leben im Alter gehen“, sagt Ilgauds, dem als Ortsbürgermeister von Dessighofen fast täglich Informationen zum Thema ins Haus oder den Computer flattern. „Wir rennen mit dem Thema also offene Türen ein.“ Der Projektbetreuer möchte existierenden Initiativen keine Konkurrenz machen, sondern dazu beitragen, die Menschen für die auch demografisch bedingte Thematik zu sensibilisieren, zu informieren und gemeinsam mit den Teilnehmern bedarfsgerechte praktikable Ideen fürs Wohnen im Alter zu entwickeln. „Für die finanzielle Vorsorge gibt es Angebote zuhauf, aber wie sieht es mit der ganzheitlichen Vorsorge aus?“, umschreibt Ilgauds. Ganz futuristisch klingende Denkanstöße hat Initiative-Sprecher Dieter Zorbach bereits ausfindig gemacht. „Es ist sehr spannend, was da mithilfe von modernster Technologie alles entwickelt wird, beispielsweise Bewegungsmelder, die Alarm schlagen, wenn sich in einer Wohnung über einen festgesetzten Zeitraum nichts tut“, so Zorbach. Oder technische Lösungen, die die Einnahme der richtigen Medikamente unterstützen. „Während Entwicklung und Anwendung in städtischen Räumen schon weit fortgeschritten sind, ist so etwas auf dem Land doch eine neue Herausforderung.“ Dies sei zwar einerseits dem positiven Umstand zu verdanken, dass es in den Dörfern immer noch viele junge Angehörige gibt, die sich etwa um pflegebedürftige Eltern oder Verwandte kümmern, ergänzt Ilgauds. „Andererseits müssen wir uns aber nichts vormachen: Es wird auch auf dem flachen Land immer mehr Menschen geben, die auf solch tägliche Unterstützung nicht zurückgreifen können, die aber trotzdem weiterhin möglichst lange und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden ihrer vertrauten Dörfer leben möchten.“ Technische Lösungen seien nur ein Aspekt des Projektes. Vielmehr gehe es um die ganzheitliche Altersversorgung, um Fragen wie Gebrechlichkeit, Nachbarschaftshilfe und soziales Miteinander. Mit dem jetzigen Treffen sollen Methoden entwickelt werden, die Menschen motivieren, frühzeitig eine ganzheitliche Vorsorge für ihr Leben im Alter zu treffen. „Wir möchten bei unserem Treffen Arbeitsschritte festlegen, wer sich für welches Thema interessiert, damit wir im Herbst mit einem druckreifen Konzept in die nächste Bildungssaison starten können“, so Ilgauds. Das erste Treffen des Projekts „Wohnen im Alter“ beginnt am Mittwoch, 24. Februar um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in St. Goarshausen (Dolkstraße). Nähere Infos auch unter Telefon 06776/958700. Bernd-Christoph Matern |