Dem einzelnen Gemeindeglied Raum schaffen für persönliche Lern- und Erkenntnisprozesse, Mut machen für die Zukunft, darin liegt eine neue Aufgabe für die kirchliche Erwachsenenbildung. Das dient der Entwicklung des Menschen als Individuum und der Lebendigkeit der Gemeinde in gleicher Weise.
Dazu braucht man keine Heerscharen neuer Betreuer. Es gilt, einen Bildungsprozess in Gang zu setzen. Menschen können voneinander und miteinander lernen, erst recht ältere mit der Fülle ihrer Lebenserfahrung. Sie wissen in konkreten Situationen oft viel besser, was für sie selbst gut ist. Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, Bevormundung frisst Selbstvertrauen.
Jeder Einzelne muss mit seiner Art zu leben, mit seinen Lebenserfahrungen als unverzichtbar erachtet werden. Er muss am Gestalten seines Lebensraumes aktiv beteiligt sein. Wer Lebensmut stärken will, muss wissen, dass Menschen durch den konkreten Erfolg in leistbaren Teilschritten aufblühen. Das wiederum setzt Lebenswille und Selbstgewissheit frei. Lebenswille aber ist die Voraussetzung dafür, das eigene Leben, die unbekannte Zukunft zu wagen und letztlich auch zu bestehen.
Hat dieses Bemühen bereits etwas mit Bildung zu tun?
Werkeln die Teilnehmer solcher Prozesse gar schon an der Baustelle Reich Gottes auf Erden?
Ich meine, bei der älteren Generation sollte man ausprobieren und vor Ort Angebote dafür machen, wie Menschen, auch Kirchenferne, voneinander lernen, miteinander Freizeit und Gedankenaustausch pflegen und füreinander Dienste verrichten können. Als Individualisten akzeptiert werden und doch nicht alleine bleiben müssen, in der Gemeinde sozialen Kontakt finden können, dafür müssen sich die Gemeinden in der Region weit öffnen.
Die Methoden und Konzepte, erst recht die modernen Medien und Ausrüstungsgegenstände, sogar das Geld, alles ist vorhanden. Es mangelt an der Ermutigung, der Vision für Initiativen vor Ort. Die zu fördern, möchte ich der Kirchlichen Erwachsenenbildung als Prozessbegleiter ans Herz legen.
Solcher konkrete Einsatz vor Ort, ein Wandel des Bewusstsein und des Selbstverständnisses unserer Gemeinden, wäre ein guter Einstieg in die konkrete Bildungsarbeit der Region. Ich würde mich sofort daran beteiligen.