Die Herausforderungen, die das Leben jedem stellt, sind groß. Ihre Bewältigung im Einzelfall kirchennah zu ermöglichen, wird entscheidend sein für die Lebendigkeit der Gemeinden und für die Zukunft unserer Kirche. Mag die Frage nach der Kirche bei vielen jungen Menschen unter der Last der Anforderungen des Alltags aus dem Blickfeld geraten sein. Für die älteren Erwachsenen ist es eine wichtige Überlegung, ob sie mit oder ohne die Kirche in die Zukunft gehen wollen.
Gegen Ende der beruflichen Tätigkeit – spätestens dann – stellen sich Menschen die Frage nach dem Sinn und der Zukunft ihres Lebens und ihrer Beziehungen in der Familie und im Lebensumfeld. Einerseits sind die meisten Erwachsenen am Ende ihres Erwerbslebens durch das soziale Netz, das sie mit vielen finanziellen Beiträgen mitgestrickt haben, vor dem Absturz in Armut abgesichert. Anderseits haben sie ein hohes Maß an beruflicher und sozialer Kompetenz, mit der sie Zukunft suchen.
Zukunft suchen, das meint neu realistische Lebensentwürfe angehen, in die das Know-how des ganzen Berufslebens eingebracht werden kann. Es gilt auch, Versäumtes nachzuholen und der Sehnsucht nach neuen Aufgaben und sozialer Verantwortung Nahrung und Perspektive zu geben. Die menschlichen Beziehungen ändern sich schlagartig. Die Arbeitskollegen gehören nicht mehr zum persönlichen Alltagsleben. Jetzt erst recht wird bewusst, dass die eigenen Kinder längst auf eigenen Füßen stehen. Es ist wichtig, neue Freunde zu suchen und neue soziale Bezüge zu schaffen. Sinnfragen, Zukunftssorgen, die in den vergangenen Jahrzehnten höchstens latent vorhanden waren, verlangen jetzt nach Antwort. Ein neues Lernen ist angesagt, um Perspektiven und Arrangements für das Leben im Alter zu entwickeln.
Natürlich sind die hier dargestellten Fragen nicht neu.
Die kirchliche Sozialisation, das kirchliche Altersheim sowie die jährliche Gemeindefreizeit, die Grünen Damen im Krankenhaus und der gemeindliche Besuchsdienst sind ja Reaktionsversuche auf das angesprochene Thema.
Aber sie reichen bei weitem nicht aus. Sie sind sicher notwendig, berücksichtigen aber nicht genügend das Lebensgefühl und die Hoffnung der älteren Gegenration. Denn ....